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Überholung der E32 Steuergeräte

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    Ich kopier mal die Texte von GB41 aus diesem Link, in dem auch noch Bilder sind, damit die Texte nicht verloren gehn weil das 7-Forum derzeit Probleme mit der software hat https://www.7-forum.com/forum/showth...ighlight=Elkos

    Hier geht es um die Überholung der E32 Steuergeräte.

    Viele E32 sind nun in dem Alter, wo Steuergeräte mehr und mehr Eigentümlichkeiten aufweisen und merkwürdige Fehler auftreten.
    Hier als Erstes: die Check Control eines 735i M30 anno 1991. Es brachte völlig ohne jeden Grund CC Fehlermeldungen über Nebelscheinwerfer und Heckleuchten. Nach Austausch des einzigen Elkos wieder OK.
    Es wird ein Elko mit 220uF 35V benötigt, Durchmesser 10mm Höhe max 20mm und Rastermaß 5mm. Ein Panasonic Elko der Baureihe EB 105 Grad mit 63V passt perfekt auf die Platine. Lebensdauer ca 5000-10.000h. Lieferbar bei Reichelt.
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    Das LKM des E32 mit H1 Beleuchtung ist frei von Elkos, nur Feststoff Tantal. Hier passiert in dieser Richtung kein Defekt.
    Meines hier fiel dennoch auf durch Lötfehler an den Relais. Die Relais haben sehr dicke schwere Lötpunkte und sie neigen dazu Lötrisse zu bilden. Rund um den Pin des Relais bildet sich ein Riss, der Pin wird lose und bildet einen Wackelkontakt. In dem Fall: Genaue Sichtkontrolle des Relais und ggf. Flussmittel auf den Pin und nachlöten möglichst ohne viel weiteres Zinn ins Spiel zu bringen.
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    Hier das RM Modul. Elko frei!
    Aber: ebenso sehr schwere Relais mit sehr großen Pins die aus der Platine reissen. Lotrissbildung aufgrund zu hohen Gewichts mit Vibrationen. Bei mir wollte ein Fensterheber zwar aufgehen, aber nicht mehr schließen. Nachgelötet, wieder ok.
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    Hier das GM Modul.
    Das hat es durchaus in sich. Alle Elkos sind hier von Philips und Sondertypen. Die Philips sind axiale Bauart, damals noch üblich in manchen Steuergeräten wegen ihrer liegenden/flachen Bauart. Heute nur noch von Vishay oder Kemet lieferbar. Von Vishay fast nur in der 85 Grad Version, von KEMET in einer höherwertigen 105 Grad Version zum Feingoldpreis.​
    Kein Ersatztyp würde aber reinpassen, die Philips sind Sondertypen in der Größe. Alle axialen Typen mit diesen Spannungsangaben wären größer und würden nicht auf die Platine passen.
    Somit geht nur eine radiale Bauweise rein, was optisch ein anderes Bild ergibt. Dafür preiswert und technisch höherwertiger.

    Originale Werte:
    C1 100uF 25V
    C2 220uF 40V
    C3 100uf 40V
    C13 47uF 25V

    C13 ließe sich noch beschaffen, die anderen eher mal nicht.

    Meßergebnis: alle defekt, sowohl alle unterhalb der angegeben Kapazität (C2 war von 220uf auf 160uf gefallen...) als auch besonders vom Innenwiderstand auffällig. C2 im 0,5 OHM Bereich, C13 bei 2 Ohm. Frische Ware von Panasonic der Baureihe FR-A oder TA liegt um den Faktor 10 niedriger. Zudem liegen die Panasonic FR-A Typen bei 5000-10.000h Stunden Betrieb, die Philips/Vishay nur bei 1000h maximal. Faktor 10 längere Einsatzzeit.
    Das Rastermaß selbst ist hier egal, ich habe sie stehend mit abgewinkelten Füßen eingelötet und mit einem Tropfen Epoxyd fixiert.
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    Hier das AUC Steuergerät 61.35-1 390 352

    Es ist ebenfalls im E31 verbaut.

    Dieses Steuergerät ist aufwendig zu löten, es ist extrem stark vergossen und damit recht widerspenstig die Kondensatoren zu entnehmen. Die Pins sind zusätzlich abgewinkelt, was vor dem Auslöten unbedingt auf gerade zurückgebogen werden muss, da sonst die Durchkontaktierung riskiert wird... die kann rausgehen, garnicht toll zu reparieren.

    Zudem sind die Pins im Durchmesser kleiner gewählt, was das Risiko einer Beschädigung bei einer Durchkontaktierung weiter stark erhöht. Also mit Flussmittel arbeiten und nicht zu stark und zu heiss an der Platine rumzerren.

    Zur Reinigung der vergossenen Platinen eignet sich Isopropanol und ein Wattestäbchen, alternatv auch Nitroverdünnung. Eine Reinigung der Lötstelle ist unverzichtbar, die Vergussmasse verbrennt und schmort unschön. Mit dem Alkohol läßt sich das vollständig entfernen, die Optik ist danach wieder gut.

    Es enthält 9 Kondensatoren, mit der Besonderheit: jeder Kondensator ist im Rastermaß 2,5mm und 5mm ausgebildet, somit 3 Pins und davon 2 Massepins. Also Obacht geben, 2x Masse klappt nicht.

    Der Erhaltungsgrad der Elkos war sehr unterschiedlich, von sehr gut bis halbtot. Kleine Miniatur Elkos sind grundsätzlich eher mal eine Tretmine, sie altern schnell und sind auch meist nur mit geringer Lebensdauer beziffert. Ich ersetze sie gerne durch WIMA MKS-2 Folienkondensatoren mit dem Rastermaß 2,5mm. Diese Folien leben nahezu ewig, laufen nie aus und verdauen übelste Temperaturen völlig klaglos.

    Es werden benötigt:

    1 x 1000uf 10V RM5
    1x 100uf 50V RM 2,5
    1x 220uf 10V RM 2,5
    1x 100uf 16V RM 2,5
    1x 22uf 50V RM 2,5
    1x 10uf 50V RM 2,5
    3x 1uF 50V RM 2,5 WIMA

    Die 1uF Elkos werden durch die WIMAs ersetzt. Der einzelne 10uF16V Miniaturtyp kann durch eine Standardgröße ersetzt werden, Platzprobleme gibt es nicht.
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    Frage: Kleine Zwischenfrage: Wie gedenkst du die thermische und mechanische Anbindung zum Gehäuse ohne Vergussmasse zu lösen?
    Ich habe da nur Erfahrung im Bereich der Leistungselektronik, da wird alles mit PU- oder Silikonvergussmasse vergossen, gerade wegen der thermischen Anbindung. Die Alternative wäre in solchen Anwendungen nur freie Konvektion. Fairerweise muss man dazu auch sagen, dass in solchen Fällen immer ein Kühlkanal vorhanden war und die Steuergeräte beim E32 jetzt nicht unbedingt intensiv umströmt werden.

    Antwort: Thermisch? Garnicht. Das ist eine Vergussmasse, die einen Wärmeaustausch eher stark behindert als fördert, sie isoliert.
    Aufgabe der Vergussmasse ist Wasser/Kondens- sowie Vibrationsschutz. Wobei die Platine in der Fertigung einfach nur reingetaucht wird. Bei stehenden Elkos löst man das mit einem Tropfen Epoxyd Kleber an den Anschlußbeinen des Elkos, auf der Platinenseite mit einem Tupfer Klarlack. Das mit der Vibration ist durchaus ernst zu nehmen, stehende Elkos sind hier gefährdet.

    Wenn man dann aber sieht, dass auf der Bosch DME keinerlei Vergussmasse ist und an den Steuergeräten die Vergussmasse auf den Anschlusslötungen usw auch sehr unvollständig ist, muss man das nicht unbedingt wieder herstellen. Wenn da Wasser drin steht, steht die Kiste sowieso.... so oder so. Denn dann sind auch alle Stecker nass und dann war's das...
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    Das ADM Modul für den Scheibenwischer.

    Das Modul hat immer wieder für eine leere Batterie gesorgt und im Standby sporadisch den Verstellmotor des Scheibenwischers aktiviert. Es fiel durch diese Motoraktivierung akustisch auf... auch in den ersten Sekunden nach dem Motorsstart des M30. Ebenso über einen höheren Standby Strom.
    Ursache: Lotrisse am Relais. Nachlöten mit Flussmittel und ausreichend Wärme, altes Lot entfernen.

    Ich habe es derzeit nicht mehr verbaut, es geht auch ohne... das Thema Standby Strom konnte ich bisher nicht lösen, woher das kommt. Allerdings ist die Fehlaktivierung des Verstellmotors gelöst. Es scheint einen Zusammenhang mit dem GM Modul zu geben, das bei mir mehrmals die Scheinwerfer/Scheibenreinigung im Standby aktivierte so dass der 7er knietief in der Garage im Reinigungsschaum stand. Denn mit einer anderen GM Platine und deren Überholung ist es jetzt mehrere Jahre nicht mehr aufgetreten, auch keine leere Batterie mehr.
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    Falls jemand noch mehr Info hat, bitte hier posten, am Besten mit Bildern​
    7er Tech Tips
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